Ruhe vor dem Sturm

Veröffentlicht am 20. Juni 2024
Ruhe vor dem Sturm

Titelbild von bess.hamiti@gmail.com auf Pixabay.

Es war ein kleiner Orkan, der schnell und mit lautem Getöse näher kam. Noch wusste sie davon nichts. Sie sass da mit verschränkten Beinen. Schwarze Köpfhörer-Stöpsel in beiden Ohren. Entspannter Gesichtsausdruck – das Gesicht der Sonne zugewandt. Richtig idyllisch. Ruhig. Vermutlich meditierte sie. Oder sie genoss einfach die Stille und die Natur.

Der Orkan, der sie unmittelbar ins Leben zurückholte, waren wir: Vier Jungs, vier Erwachsene. Vier sehr laute (und hungrige!) Jungs. Wir waren auf der Suche nach einem Grillplatz. Blöderweise waren die nicht so zahlreich vorhanden, wie wir uns das vorgestellt hatten (gibt’s für Grillplätze eine App?!). Also nutzen wir jede Gelegenheit. Und dieser Grillplatz war wirklich ausserordentlich schön (with a View!). Wunderbare 5-Sterne-Aussicht auf den Vierwaldstättersee.

Es ging erstaunlich lange, bis sie realisierte, dass sie nicht mehr alleine war. Wir sammelten schon fleissig Brennholz und die Jungs hatten bereits ihr Sackmesser gezückt, um die Stecken Marshmellow-tauglich zuzuspitzen. Natürlich hatten sie bereits auf dem Weg Marshmellows gefuttert – aber ein paar hatten es noch bis zum Grillplatz geschafft.

Dann öffnete sie die Augen. Ruhig packte sie ihre Sachen zusammen. Ohne eine Miene zu verziehen, ging sie davon. Augenkontakt mit ihr aufzunehmen, war nicht möglich. Irgendwie war sie noch nicht ganz da. Ansprechen ging auch nicht. Ihre Ohren waren durch die Kopfhörer noch immer von der Aussenwelt abgeschnitten. «Dabei wollte ich sie doch fragen, ob sie auch eine Wurst möchte», sagte Kollege Flo.

Ich hatte ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil wir die Meditationsfrau so überfallen hatten. «Mhhm, vielleicht hat sie zehn Kinder zu Hause und seit langem wieder einmal einen Morgen frei und dann das», meinte Sabine lachend. Ich musste grinsen, als ich mir das vorstellte. Aber das schlechte Gewissen blieb. Zumindest ein bisschen. Als ich dann in meinen Cervelats biss und dabei die Aussicht bewunderte, fand ich, dass wir uns diesen Grillplatz echt verdient hatten.

Übrigens: Der Grillplatz lag an einem Weg, der mit «Public View» beschildert war. Nicht gerade der ideale Ort, um zu meditieren. Uns besuchten später auch immer wieder Wanderer:innen. Der kleine Unterschied: Sie blieben nie lange. Wir waren vermutlich etwas laut. ☺

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